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Steuerkanzlei Wilm
Dipl.-Kfm. Roland Wilm
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Gesetzliche Änderungen zum Jahreswechsel 2017/2018

Das ändert sich ab 1.1.2018

Immer zum Jahreswechsel lässt sich der Gesetzgeber nicht lumpen und packt uns viele neue Regelungen unter den Christbaum. Damit Sie vor lauter milden Gaben noch den Durchblick behalten, haben wir das Wichtigste für Sie zusammengefasst - ohne Anspruch auf Vollständigkeit, aber dafür mit den besten Wünschen für das neue Jahr 2018.

 

ARBEITSRECHT

 

Mindestlohn ohne Ausnahme (Januar 2018)

AB Januar 2018 gilt der geseetzliche Mindestlohn für alle Branchen. Für Teile des Handwerks galten auf Basis des Arbeitnehmer-Entsende- und Überlassungsgesetzes bisher eigene Tarife, die oft über 8,50 € pro Stunde lagen. Auch sie müssen nun umgestellt werden.

 

Mehr Geld für Elektriker (Januar 2018)

Auch Elektriker können sich ab dem 1. Januar 2018 über mehr Geld freuen: Dann steigt für sie der Mindestlohn bundeseinheitlich auf 10,95 €, ein Jahr später noch einmal auf 11,40 €.

 

Neues Werkvertragsrecht beim Bau (Januar 2018)

Für alle neuen Werkverträge der Baubranche gilt ein neues Vertragsrecht mit den Besonderheiten des Bauvertrags,. §§ 631 ff. BGB haben dazu explizit den Verbraucherbauvertrag aufgenommen. Auch Verträge für Architekten und Bauträger werden gesetzlich neu geregelt.

 

Mehr Schutz für Mütter (Januar 2018)

Die Mutterschutzfrist (6 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt) gilt auch für Schülerinnen und Studentinnen. Sie sind damit von den Pflichtveranstaltungen befreit. Die Frist verlängert sich bei einem behinderten Kind. Jeder Arbeitsplatz ist zu überprüfen, ob schwangere oder stillende Frauen besonders geschützt werden müssen - auch wenn dort nicht mit chemischen, biologischen oder physikalischen Stoffen gearbeitet wird. Arbeiten in einem vorgegebenen Zeittempo sind verboten.

 

 

RENTE

 

Betriebsrenten gegen Altersarmut (Januar 2018)

Um Betriebsrenten besonders für kleine Betriebe attraktiver zu machen und Geringverdieneer vor Altersarmut zu schützen, erhalten Arbeitgeeber einen Stuerzuschuss von 30 Prozent, wenn sie Beschäftigten mit weniger als 2.200 € brutto eine Betriebsrente anbieten. Dafür müssen sie Beiträge zwischen 240 bis 408 € jährlich zahlen.

 

Erwerbsminderungsrente (Januar 2018)

Wer künftig von Erwerbsminderung betroffen ist, wird schrittweise bis 2024 durchschnittlich bis zu 7 Prozent mehr Rente erhalten. Wer schon in jungen Jahren seinen Beruf nicht mehr voll ausüben konnte, wird bei der Rente so behandelt werden, als hätte er bis 65 voll gearbeitet.

 

Ost- und Westrenten Angleichung (Juli 2018)

Die Renten in Ost- und Westdeutschland werden in 7 Schritten bis 2025 angeglichen. Ab dem 1.7.2018 wird der Rentenwert Ost auf 95,8 % des Westwerts gehoben, in den Folgejahren um jeweils 0,7 %.

 

 

STEUERN

 

Neue Abgabe für Fonds (Januar 2018)

Heimische Investmentfonds müssen inländische Dividenden und Immobilienerträge mit 15 % Körperschaftsteuer belegen. In- und ausländische Fonds werden damit steuerlich gleichgestellt, ebenso Gewinn ausschüttende Fomds mit Gewinn einbehaltenden (thesaurierenden).

 

Unangemeldete Kassenprüfung / Kassennachschau (Januar 2018)

Laut sogenanntem Kassengesetz dürfen Finanzämter Betriebe mit elektronischen Registrierkassen ohne Ankündigung prüfen - auch während der üblichen Geschäfts- und Arbeitszeiten.

 

Höhere Werte für geringwertige Wirtschaftsgüter / GWG (Januar 2018)

Die Grenzen für geringwertige Wirtschaftsgüter werden angehoben auf netto 800 € (bisher netto 410 €).

 

Mehr Geld für Familien

Der Grundfreibetrag und der Unterhaltshöchstbetrag steigen um je 180 € auf 9.000 € pro Steuerpflichtigem (für Ehepaare gilt die Verdoppelung beim Grundfreibetrag). Eine Anhebung beim Kinderfreibetrag um 72 € erfolgt entsprechend. Für jedes Kind gibt es 2 € mehr Kindergeld pro Monat.

 

Steuererklärungen später abgeben (Dezember 2018)

Steuererklärungen müssen erst bis zum 31.07. des Folgejahres beim Finanzamt eingehen; für 2018 also bis zum 31.07.2019. Steuerberater haben künftig bis Ende Februar des übernächsten Jahres Zeit für die Abgabe (bisher: bis Ende Dezember des Folgejahres).

 

 

VERBRAUCHER

 

Neues Gewährleistungsrecht (Januar 2018)

Ab 1.1.2018 tritt eine Reform des Kaufrechts in Kraft, die im Wesentlichen aus einer Kodifizierung der Rechtsprechung in den sog. Einbaufällen besteht. Dadurch bieten sich vor allem für Händler künftig mehr Vorteile als Nachteile.

 

Mehr Verbraucherschutz im Reiserecht (Juli 2018)

AB dem 1.07.2018 gilt die neue Pauschalreiserichtlinie. Der bei Pauschalreisen geltende Verbraucherschutz gilt dann auch für Reisen, die ein Kunde oder ein Reisebüro zusammengestellt hat. Tagesreisen ab 500 € sind einbezogen.

 

500-€-Schein wird abgeschafft (Dezember 2018)

Die Europäische Zentralbank will gegen Ende 2018 keine 500-€-Scheine mehr ausgeben. Verbraucher können nur noch bis Ende 2018 mit der Banknote zahlen.

 

Keine Gebühren bei Kartenzahlung (13. Januar 2018)

Ab dem 13.01.2018 entfallen europaweit Gebühren für Kartenzahlungen, Überweisungen und Lastschriften. Verbraucher erhalten mehr Rechte, zum Beispiel bei Betrug, grober Fahrlässigkeit oder Fehlüberweisungen. Zahlungsauslöse- und Kontoinformationsdienstleister unterstehen der Finanzdienstleistungsaufsicht. Eine Kreditwürdigkeitsprüfung bei Immobiliendarlehen ist im Falle einer Anschlussfinanzierung und Umschuldung nur erforderlich, wenn die Darlehenssumme deutlich höher ist.

 

Fahrverbot für Dieselautos in Stuttgart (Januar 2018)

Ab Januar gilt in Stuttgart ein Fahrverbot für Dieselautos. Das Urteil des Verwaltungsgerichts Stuttgart gibt damit einer Klage der Deutschen Umwelthilfe Recht.

 

Automatischer Notruf für neue Pkw und Transporter (April 2018)

Neue Pkw-Modelle müssen ab April 2018 mit einem automatischen Notrufsystem ausgerüstet sein. Dieser E-Call wird europaweit vorgeschrieben. Bei einem schweren Unfall alamiert er den Rettungsdienst und übermittelt die Position des Autos an die Rettungsleitstelle.

 

All-IP ersetzt ISDN (2018 über das Jahr hinweg)

ISDN-Anschlüsse in Deutschland werden nach und nach durch IP-Anschlüsse ersetzt. Das Internetprotokoll (IP) wird als gemeinsame Sprache für Internet und Telekommunikation verwendet. Lediglich die Telefonie funktioniert noch nicht überall mit IP-Technik.

 

Quelle:
DATEV Magazin (Dezember 2017)